Besuch des zweitgrößten Radioteleskops der Welt

Die folgenden Bilder verdanken wir unserem Mitglied, Herrn Dipl.-Ing. Eberhard Staedtler. Er verfasste auch den Bericht zur Exkursion.

Die Bilder zeigen...

  • das Radioteleskop ist im Tal eingebettet;
  • das Verhältnis von Mond und Erde, unserem blauen Planeten;
  • so sieht die Abwicklung unserer Erde aus, ein langgestrecktes Oval;
  • Weltkarte mit den Verbindungen der großen Radioteleskope der Welt;
  • Weltraumschrott kreist um die Erde;
  • unsere Gruppe mit den 30 Teilnehmern.

zweitgrößtes bewegliches Radioteleskop der Welt

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Die Besuchergruppe vor dem Radioteleskop

Bad Münstereifel-Effelsberg – Am 13.06.2018 hatte der Förderverein des Industriemuseums Kuchenheim wieder zu einer tollen Exkursion eingeladen. Das Radioteleskop in Effelsberg ist beweglich, wurde 1977 errichtet und hat einen Durchmesser von 100 m. Die Baukosten betrugen vor 40 Jahren etwa 34 Millionen Euro, heute würde solch eine Anlage 100 Millionen Euro kosten. Schmunzelnd fügte Herr Dr. Junkes vom MPI hinzu, dass im Vergleich dazu ein teurer Fußballspieler mehr kostet. Die Anlage in Effelsberg ist damit die zweitgrößte der Welt. Das größte steht mit 102 Metern in Amerika. Demnächst soll in China ein 110 m großes Radioteleskop mit 110 m Durchmesser errichtet werden. Aus statischen Gründen und Materialgründen kann man heute noch keine wesentlich größeren Radioteleskope bauen.

Nach einer Besichtigung von außen konnten wir fast zwei spannende Stunden Herrn Dr. Junkes vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Effelsberg zuhören und wissen jetzt etwa, wozu solch eine Anlage da ist und was man mit ihr macht. Sechs Punkte waren besonders interessant:

  • Bisher konnte man mit der Radioastronomie noch nicht feststellen, dass außerhalb der Erde Lebewesen existieren.
  • Durch die Verbindung der Radioteleskope weltweit untereinander kann man die Entfernung zwischen ihnen bis 1 cm genau messen.
  • So kann man regelmäßig prüfen, um wie viel cm sich die Erdplatten z. B. in einem Jahr verschoben haben.
  • Nach dem derzeitigen Stand kreisen z. Zt. 3.791 Planeten um die Sonne.
  • Das Sternbild des Orion, was wir heute am Himmel sehen können, ist bereits 1.000 Jahre alt. Solange braucht das Licht bis zu uns auf die Erde.
  • Das Weltall mit seinen Planetensystemen ist für uns Menschen unvorstellbar groß.

Impressionen von der Mitgliederversammlung

Die folgenden Bilder zeigen den 1. Vorsitzenden, Herrn Koch, den Schatzmeister, Herrn Daniel und Herrn Stender, den Museumsleiter. Sie berichteten über die Finanzen und Aktivitäten des abgelaufenen Jahres und wagten einen Blick ins neue Museumsjahr. Dann folgt noch Herr Staedler mit drei Beispielen aus seinem hochinteressanten Vortrag über die Schmetterlinge aus unserer Heimat.

„Das Museum ist einmalig“

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Der Vorstand (es fehlen Frau Ginster und Herr Pröpper)

Euskirchen-Kuchenheim – Gewaltige Fabriken mitten in Euskirchen – und natürlich auch an den Randlagen und in den Ortsteilen. Rund 20 Tuchfabriken existierten um 1900 in der heutigen Kreisstadt, sie bestimmten das Stadtbild und führten zum wirtschaftlichen Aufschwung. Doch auch wenn einige der Tuchfabriken noch – wenn auch längst in anderer Nutzung – existieren, droht die Geschichte vom „gut betuchten“ Euskirchen zu verblassen.

Dem wirken der Landschaftsverband Rheinland mit dem im Jahr 2000 eröffneten Industriemuseum in Kuchenheim und der Museums-Förderverein entgegen – und zwar erfolgreich, wie man den Zahlen entnehmen kann. Die „Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums Euskirchen“, wie der Verein offiziell heißt, haben seit Jahren eine konstante Mitgliederzahl. Ende 2017 lag sie bei 333 Personen, wie jetzt bei der Mitgliederversammlung in der Mottenburg verkündet wurde. Damit ist der Verein der mitgliederstärkste Förderverein eines LVR-Industriemuseums.

Und auch die Besucherzahl im Museum hat sich eingependelt auf zuletzt 26.000 Besucher pro Jahr, von denen allein 9000 zum Wollmarkt kamen. Dennoch sieht Museumsleiter Detlef Stender Steigerungspotenzial. Denn zwei Drittel der Besucher kommen von außerhalb des Kreises Euskirchen. Etwa ein Drittel der Gäste sind Schüler. Stender wünscht sich, bei mehr Menschen aus Euskirchen, und da besonders bei den Schulen, Interesse für die Historie der Kreisstadt zu wecken. Fördervereinsvorsitzender Heinz-Otto Koch pflichtet ihm bei: „Wir wollen die Geschichte an die Schüler transportieren.“

Auch sonst ziehen Museum und Förderverein, der in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert, an einem Strang. „Das Tolle am Förderverein ist, dass er unkompliziert hilft“, meint Detlef Stender und nennt als Beispiel das 2017 aufgestellte Schild vor der Oberen Burg, das die Zugehörigkeit zur ArchaeoRegion-Nordeifel zeigt. „Die Idee hatten wir Mitte des Jahres, im Etat war es aber nicht vorgesehen“, erklärt er. Da sprang der Verein zur Seite. Auch den Pendelverkehr zum Wollmarkt hat der Verein organisiert und wird ihn auch 2018 anbieten, diesmal aber vom Parkplatz des Real-Marktes.

Auch ideell helfe der Förderverein. „Wir sind schließlich begeistert vom Museum, das ist einmalig“, sagt Heinz-Otto Koch und lobt das freundschaftliche und familiäre Verhältnis untereinander.

Deshalb freut man sich gemeinsam auf die Veranstaltungen im Jahr 2018, egal ob vom Förderverein organisiert, wie beispielsweise der Clara-Viebig-Abend am 17. Mai, 19 Uhr, und „Persönlichkeiten im Museum“ am 29. November, 19 Uhr, oder vom Museum selbst, etwa der Beginn der Sonderausstellung „Die Welt im Kleinen“ über Baukästen im 20. Jahrhundert. Erstmals will der Förderverein auch an der Burgenfahrt der Stadt Euskirchen am 8. Juli teilnehmen.

Gelächter unter den 40 anwesenden Mitgliedern gab es, als Schatzmeister Karl-Heinz Daniel den Kassenbericht vortrug – allerdings nur wegen eines einzelnen Postens: Der Verein hat im Jahr 2017 ganze 16 Cent durch Zinsen eingenommen.

Museumsleiter Stender berichtete den Mitgliedern auch von drei personellen Veränderungen. So haben ein Vorführer, ein Webmeister und eine Museumspädagogin gewechselt oder aufgehört. Derzeit arbeiten 16 Menschen im Museum – vier sind beim LVR angestellt, zwölf bei der Rheinlandkultur. Stender selbst wird dem Museum noch bis zum Frühjahr 2020 erhalten bleiben und dann in den Ruhestand gehen.

Gleich zweimal wurde es bei der Mitgliederversammlung medial: Zunächst zeigte Eberhard Städtler einen 30-minütigen Bildvortrag zum Thema „Schmetterlinge und Insekten unserer Heimat“. Dabei hat sich der Fotograf in den Naturschutzgebieten des Kreises auf die Lauer gelegt und wunderbare Makroaufnahmen teils stark bedrohter Tiere erstellt. Ebenso beeindruckend waren die Bilder, die Filmemacher Norbert Liedtke zeigte – eine Kamerafahrt durch einen Webschacht. Zu sehen sind seine Filme über das Museum im YouTube-Kanal „Tuchfabrik“.

pp/Agentur ProfiPress

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