Neue Produkte aus der Museums-Weberei Kuchenheim

Weber Günter Beckers am Arbeitsplatz

Es gut ein Jahr gedauert, bis die Tuchfabrik Müller wieder lieferfähig war. Im letzten Jahr übernahm ein neuer Webmeister, Günter Beckers, die Leitung des Museumsbetriebes mit den rund 100 Jahre alten Maschinen im LVR-Industriemuseum Euskirchen. Zunächst stand die Vermittlung des Know Hows vom alten an den neuen Webmeister ganz im Vordergrund. Denn auch wenn Günter Beckers sein Handwerk als Textilmaschinenführer redlich gelernt hat, aus einer Weber-Familie stammt und als Webmeister in der Textilindustrie am Niederrhein viele praktische Erfahrungen gesammelt hat – die Technik der „alten Schätzchen“ in der Tuchfabrik ist eben doch etwas Besonderes. Aber letztlich konnte der Betrieb der Krempel-, Spinn- und Webmaschinen, die bei jeder Führung durch die Tuchfabrik vorgeführt werden, mit Erfolg aufrecht erhalten werden.

Mützen, in der klassischen Schieberform oder mehr

Mütze in der klassischen Schieberform

Mangels Tuchmasse hat das Museum 2011 dann eher kleine Produkte aus Müller-Tuch aufgelegt: Mützen, in der klassischen Schieberform, aber auch als Ballon-Mütze oder als moderne Cuba-Cap. Für den kleine Geldbeutel und die jüngere Generation gibt es inzwischen auch Handy-Taschen aus gutem Wolltuch, für die Generation der Lesebrillenträger – Brillenetuis und für die fröstelnden Mitmenschen und die kalte Jahreszeit Tassenwärmer und Schals aus Museumstuch. All diese und etliche weitere Produkte sind ausschließlich im Museumsshop in Kuchenheim erhältlich.

Sakko und Mantelstoffe aus der Tuchfabrik

Sakko

In diesem Jahr konnte dann auch wieder so viel Tuch produziert werden, dass sich der Start einer kleinen Sakko- und Mantelkollektion wieder lohnte. Thorsten Loeb, der früher in seinem Geschäft am Alten Markt in Euskirchen, bereits Herrenartikel aus Müllertuch anbot, konnte nun seinen neuen Arbeitgeber, die Fa. Ley für die Kooperation mit dem Museum begeistern. Die aktuelle Kollektion mit einem Sakkomantel in modernem Schnitt im traditionellen Fischgrat für 399 € und und einem Sakko in grauem Tweed (299 €) wird in Museumsshop in Kuchenheim und in der Ley-Filiale in Bonn verkauft. Eckhardt Ringen, Filial-Leiter in Bonn, ist ein bekennender „Stoff-Freak“ und war erst skeptisch: „Nicht, dass das so selbstgestrickt aussieht.“ Jetzt ist er hingerissen von der ganz besonderen Qualität des Müller-Tuchs in der typischen Tweed-Optik, das etwas dichter gewebt und sehr strapazierfähig ist. „Das ist doch ein wunderbarer Griff und total modern im Schnitt. Und ein echtes Unikat.“

gut zu tragen

Es ist elegant ohne unangenehm aufzufallen. Es wärmt und schützt vor Wind und Wetter, nimmt kaum Feuchtigkeit auf, atmet besser als alle vergleichbaren High-Tech-Textilien und lässt Falten keine Chance. Bedingt durch die historischen Webstühle ist das Tuch – wie es früher üblich war – etwas schwerer und solider als moderne Tuche, die vor allem leicht und kostengünstig sein sollen. Damit sind die Produkte aus Museumstuch – wie es früher eben üblich war - ungewöhnlich langlebig. Sie sind nicht nur für eine Saison sondern so produziert, dass sie Jahrzehnte überdauern können.

Sakkos – absolut zeitlos
Dreiknopfsakko aus soliden Streichgarntuch im klassischen Stil mit Seitenschlitzen.
Farben: anthrazit; blauanthrazit; kastanienbraun-meliert.
Preis: 299 €, Übergrößenzuschlag für die Größen ab 56 und 28

Maßkleidung - auch für die Damen

Stefanie Behling (2.v.l.)

Und damit die Damen nicht neidisch werden, bietet Stefanie Behling individuell angefertigte Maßkleidung aus Müllertuch. Die gelernte Schneiderin und Mode-Designerin, die ihr Atelier in Kommern hat, ist begeistert, wie gut sich das Tuch verarbeiten lässt und verwandelt es mit raffinierten und einfallsreichen Schnitten in elegante und hochwertige Damenkleidung – ganz nach den Wünschen der Kundin. Aber auch sie hegt schon den Gedanken an eine kleine, exklusive Kollektion aus Müller-Tuch.

Diese Produkte können Sie – so vorrätig - im Museumsladen des LVR-Industriemuseum (Carl-Koenen-Str. 25b, 53881 Euskirchen-Kuchenheim, Tel. 02251 / 1488-134, r.boenisch@rheinlandkultur.de) erwerben.

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